27. Oktober 2025 | EIM Blog
von Wolfgang Doerfler
Verteidigungsindustrie: Chancen für Automotive & Maschinenbau
Was die Unternehmen jetzt wissen müssen
Die aktuelle sicherheitspolitische „Zeitenwende“ in Europa eröffnet für Industrie und Bauwirtschaft wichtige Wachstumsperspektiven. Insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Maschinenbau – aber auch Real Estate / Infrastruktur (z. B. Neubau von Kasernen & Anlagen für die Bundeswehr) können von diesen Entwicklungen profitieren. Doch der Einstieg in den Verteidigungs- und Sicherheitsmarkt erfordert mehr als ein gutes Produkt oder Baukonzept: Er verlangt ein klares Verständnis der spezifischen Anforderungen, der Rahmenbedingungen und der operativen Herausforderungen.
Der Markt im Wandel
Mit dem Gesetz zur Beschleunigung von Beschaffungsmaßnahmen für die Bundeswehr (BwBBG) wurde schon im Jahr 2022 eine Teilreform im Vergaberecht etabliert: Kurzere Verfahren, gebündelte Lose, Sicherheitsaspekte im Vordergrund. (Deutscher Bundestag)
Aktuell liegt ein Referentenentwurf zum Bundeswehr‑Planungs‑ und Beschaffungsbeschleunigungsgesetz (BwPBBG) vor – mit dem Ziel, Planung und Beschaffung noch schneller, effizienter und innovationsfreundlicher zu machen. (Vergabeblog)
Für Unternehmen bedeutet dies:
- Die Vergabeprozesse werden dynamischer und weniger starr.
- Industriepartner müssen sofort einsatzfähig sein – sowohl technologisch als auch organisatorisch.
- Bau- und Infrastrukturmaßnahmen für die Bundeswehr gewinnen an Bedeutung – vom Kasernenbau bis Logistikinfrastruktur.
„Gerade in der Verteidigungsindustrie liegt die entscheidende Veränderung darin, dass Geschwindigkeit nicht mehr aus Ministerien oder etablierten Rüstungskonzernen kommt, sondern aus Start-ups und Technologie-Investoren. Wer diese Dynamik früh versteht und in die eigenen Strukturen integriert, verschafft sich einen Vorsprung, den andere kaum noch aufholen können.“
Chancen für Automotive, Maschinenbau & Real Estate
- Automotive/Maschinenbau: Komponenten, Systeme oder Subsysteme für Militär-, Verteidigungs- oder sicherheitsrelevante Anwendungen. Hier zählt nicht nur Qualität und Performance, sondern auch Zertifizierung, Sicherheitsanforderungen und Nachverfolgbarkeit.
- Real Estate / Infrastruktur: Der Bau bzw. Umbau von Anlagen, Kasernen, Logistikzentren, Sicherheitsinfrastruktur für die Bundeswehr stellt ein wachsendes Segment dar. Unternehmen, die Erfahrung im Großprojektbau, Multifunktionalität und Sicherheitsaspekten mitbringen, sind im Vorteil.
In beiden Fällen gilt: Wer frühzeitig diesen Markt adressiert und sich als zuverlässiger Partner positioniert, kann vom Ausbau und Beschleunigung profitieren.
Was dabei oft unterschätzt wird
- Rahmenbedingungen & Compliance: Verteidigungsaufträge haben eigene Anforderungen an Vergabe, Sicherheit, Zuliefererketten, Geheimschutz.
- Interims- und Führungslücken: Häufig fehlt es bei Projekten an operativer Leitung oder Transformationskompetenz. Hier greifen Interim-Lösungen – z. B. für Projekt-/Programmmanagement, Aufbau von Strukturen oder Leitung von Bau- bzw. Infrastrukturprojekten.
- Organisation & schnelle Umsetzung: Das Gesetz erlaubt z. B., Teil- und Fachlose zusammenzufassen, wenn „wirtschaftliche, technische oder zeitliche Gründe“ dies rechtfertigen. (Gesetze im Internet) Unternehmen müssen daher sehr schnell aufgestellt sein.
- Strategische Positionierung: Es reicht nicht, ein Angebot zu haben – man muss als vertrauenswürdiger Partner wahrgenommen werden, der mit Sicherheitsvorgaben, Vergabeprozessen und mit den Bedürfnissen der Bundeswehr vertraut ist.
Unsere Expertise bei Executive Interim Management (EIM)
Wir bei EIM haben uns auf genau diese Herausforderungen spezialisiert und begleiten Industrie- und Bauunternehmen beim Einstieg in solche Transformations- und Infrastrukturprojekte. Zwei aktuelle Fallstudien unterstreichen unsere Praxiskompetenz:

Supply Chain Manager für Verteidigungsunternehmen –
wie wir bei einem Unternehmen der Verteidigungsindustrie die Komplettsteuerung der Lieferkette übernommen haben

Programm-Management im Verteidigungssektor –
unsere Rolle als Interim Programmdirektor bei einem Bau- und Infrastrukturprojekt im Verteidigungsumfeld.
Empfehlung für Ihr Unternehmen: Drei Schritte zum Einstieg
Schritt 1 – Analyse & strategische Ausrichtung
Überprüfen Sie Ihr Produkt- oder Dienstleistungsportfolio im Hinblick auf Sicherheits- und Verteidigungsmarktanforderungen: Zertifizierungen, Qualitätsstandards, Verträge, Zulieferer.
Schritt 2 – Aufbau der operativen Fähigkeit
Sichern Sie sich Führungskompetenz und Struktur – z. B. durch Interim Führungskräfte oder Programmmanager, die schnell Projekte aufsetzen, steuern und Ergebnisse liefern.
Schritt 3 – Partnerschaft und Netzwerkaufbau
Positionieren Sie sich als zuverlässiger Partner mit Verständnis für Vergabeprozesse, Sicherheitsanforderungen und die spezifische Logik des Verteidigungsbeschaffungsmarktes. Zeigen Sie Referenzen – wie wir es tun –, um Ihr Vertrauen zu stärken.
FAZIT
Die Verteidigungsindustrie öffnet sich – und mit ihr ergeben sich substanzielle Wachstumsmöglichkeiten für Unternehmen aus Automotive, Maschinenbau und Real Estate. Der Schlüssel zum Erfolg liegt jedoch darin, die hohen Anforderungen früh zu verstehen, operative Stärke zu demonstrieren und schnell einsatzfähig zu sein. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann sich heute strategisch positionieren – und von den kommenden Beschaffungswellen profitieren.
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